|
Liebe Vereinsmitglieder, meine lieben Musikfreunde,
zum Ende des Jahres 2006 kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass es ein erfolgreiches Jahr gewesen ist für unseren Verein. Was den Fußballern und Reitern die WM war, das war für uns das überaus erfreuliche Abschneiden bei der „European Championchip“ der Spielmanns- und Fanfarenzüge in Rastede/Oldenburg. Die dort errungene „Goldmedaille“ kann nicht hoch genug eingeordnet werden, denn die besten Musikgruppen aus sechs europäischen Ländern waren am Start. Unser kleiner Verein war bei dieser Veranstaltung mit einer der „Größten“. Dies war aber nur deshalb möglich, weil vierzig Spielleute es auf sich genommen hatten, über das gesamte Frühjahr hinweg ein intensives Marschtraining zu absolvieren und die vielen verschiedenen Anforderungen des Wettstreites einzustudieren. Alle können stolz sein auf diesen einmaligen Erfolg, der nicht nur nach meiner Meinung weit über die Bedeutung einer Deutschen Verbandsmeisterschaft hinaus geht. Wir haben ganz gezielt diesen Wettbewerb gewählt, weil er uns auch künftig von der Vorbereitung profitieren lässt. Unser Auftreten in der Öffentlichkeit, insbesondere in der Marschierbewegung ist grundlegend verbessert, exakt, einheitlich und dabei auch musikalisch harmonisch. Das unendliche „Bimsen“ eines schweren Musikstückes - nur um es dann ein Mal bei einem Wettbewerb vor einigen Wertungsrichtern aufführen zu können – lohnt nicht, denn unser Publikum ist unser wichtigster Wertungsrichter.
Aber auch über „Rastede“ hinaus können wir von einem guten Jahr sprechen. Wir haben die Umstellung unseres Flötenregisters von Spielmannsflöten auf Konzertflöten mit Klappen beschlossen und auch gleich in Angriff genommen. Hier befinden wir uns – auch Dank unserer Ausbilderin, Frau Heininger-Lippert – auf einem sehr guten Weg. Das Vorspielkonzert Ende Oktober war ein erster kleiner Meilenstein auf dem Weg zu einem perfekten Flöten-Ensemble. Auch unsere Blechbläser sowie das Percussion sind auf einem positiven Weg. Das erst kürzlich gemeinsam beschlossene neue Proben-Konzept wird uns zusätzlich dabei helfen, die Übungseinheiten effektiver und noch zielgerichteter zu gestalten. Dies alles, liebe Mitglieder, kostet nicht nur Zeit, sondern erfordert auch erhebliche finanzielle Investitionen für unseren Verein. Durch eueren Mitgliedsbeitrag helft ihr aktiv mit, unsere Vereinsarbeit, die gleichzeitig Jugendarbeit ist zu unterstützen. Allerdings reichen die Mitgliedsbeiträge alleine bei weitem nicht, um alle Aufgaben zu finanzieren. Neben unseren Einnahmen aus Auftritten bei Festen und Umzügen ist die Veranstaltung unseres Maskenballs am Faschingsamstag unsere wichtigste Finanzquelle. Schon jetzt möchte ich euch ganz herzlich darum bitten, uns bei der nächsten Veranstaltung wieder tatkräftig zu unterstützen und euch nicht zu verweigern, wenn man euch anspricht, für einige Stunden mit zuzugreifen. Für jeden Helfer sind wir dankbar – auch bei Auf- und Abbau in der Turnhalle.
Nun, liebe Mitglieder und Freunde – unser Blick richtet sich nach vorne. Ein neues, sicherlich interessantes Jahr wartet vor uns. Wir haben uns schon Ziele gesetzt, die wir versuchen wollen zu erreichen, getreu dem Motto: „Wer keine Ziele hat – kann auch keine erreichen.“ Ich darf daher insbesondere unsere aktiven Spielleute aufrufen, sich weiterhin zu engagieren und für unsere gemeinsame Sache, die „Musik der Spielleute“, ihr Bestes zu geben. Die Eltern bitte ich um ihre wichtige Unterstützung.
Unseren Nachwuchs, auf den wir besonders stolz sind, darf ich ebenfalls sehr lobend erwähnen. Allerdings würde ich mir wünschen, den ein oder anderen jungen Mann im kommenden Jahr zusätzlich bei uns begrüßen zu dürfen.
Abschließend wünsche ich euch allen ein gesundes, friedvolles und erfolgreiches neues Jahr 2007. Mögen alle euere Wünsche in Erfüllung gehen.
Herzlichst euer Vorsitzender
|
|
„www.sfz-schimborn.de“ oder 1 Jahr eigene Web-Seite im Internet
Vor ziemlich genau einem Jahr starteten wir unsere eigene Web-Seite im Internet. Nach monatelanger Vorbereitung durch unsere Web-Masterin Rosi Junker konnten wir den neuen Internetauftritt bewundern. Tatsächlich ist es eine hervorragende Präsentation unseres Vereins aber auch unseres Dorfes geworden. Von vielen Seiten erhielten wir großes Lob über unser Gästebuch für die übersichtliche und informative Gestaltung der Seite. Bislang haben sich schon mehr als 180 Gäste aus ganz Deutschland in unserem Gästebuch eingetragen und wir freuen uns über jeden weiteren Eintrag.
Es finden sich auf der Web-Seite sowohl allgemeine Informationen über unseren Ort, unseren Verein, Satzung, Chronik sowie das aktuelle Geschehen. Jeweils sehr zeitnah bemühen wir uns, neueste interessante Geschehnisse, Probentermine, Auftritte sowie in unserer Bildergalerie auch aktuelle Fotos zu veröffentlichen. Ja sogar das Probenpensum unserer einzelnen Instrumentengruppen ist zu sehen. Jüngste Erweiterungen: Flöten-Forum, Bläser-Forum und Percussion-Forum, in welchem sogar jeder einzelne Aktive präsentiert wird.
Natürlich steckt hinter der Web-Seite – soll sie wirklich aktuell und interessant sein – eine Riesenarbeit und ein entsprechendes „Know-how“ der Webmasterin Rosi. An dieser Stelle bedanken wir uns bei ihr für die tolle Internet-Seite ganz herzlich. Wir möchten abschließend anregen, noch öfter auf die Seite zuzugreifen und sich jeweils aktuell zu informieren unter www.sfz-schimborn.de.
|
|
Goldmedaille bei den 1. Europameisterschaften in Rastede/Oldenburg
Im Rahmen der 51. Rasteder Musiktage fand am Wochenende 1./2. Juli die 1. European Championchip der Spielmanns- und Fanfarenzüge, Showbands, Drum Corps und Orchester statt.
Das Spielleuteorchester aus Schimborn beteiligte sich erstmals an dem in diesem Jahr wichtigsten und größten internationalen Wettstreit nach Noten in Europa. Es nahmen insgesamt 63 Vereine aus 7 europäischen Nationen mit über 3000 aktiven Musikern teil. Veranstaltungsort war der historische Schlosspark zu Rastede im Kreis Oldenburg. Monatelange intensive Probenarbeit der Schimborner Spielleute in zahlreichen zusätzlichen Proben im Spiel, in der Bewegung sowie im Konzertvortrag gingen dem großen Ereignis voran. Die Arbeit der Spielleute hat sich gelohnt:
Unter dem Jubel der Aktiven und mitgereisten Fans konnten Stabführerin Rosi Junker und der Musikalische Leiter Heinz Gilmer am Sonntag Abend unerwartet die Goldmedaille als Sieger in der Offenen Klasse der Marsch- und Standspielwertung in Empfang nehmen. Stabführerin und Dirigentin Rosi Junker wurde darüber hinaus ebenfalls mit einer Goldmedaille für das beste Dirigat ausgezeichnet.
Noch größere Freude herrschte, als man erfuhr, dass man in der Gesamtwertung aller Instrumentierungsklassen dieses Wettbewerbes unter 32 teilnehmenden europäischen Spitzenorchestern den ausgezeichneten 7. Platz erreicht hatte. Als einziges reines Naturton-Ensemble im Wettstreit mit Brassbands und Blasorchestern mit Ventilinstrumenten ist dieses Resultat besonders hoch einzuschätzen. Dabei konnte man mit insgesamt 82,97 Punkten viele berühmte Namen wie Skjern Garden aus Dänemark, Odeon Kerkrade aus den Niederlanden oder TURA Bremen hinter sich lassen. Gesamtsieger und „European Champion“ in diesem Wettbewerb wurde der Spielmannszug Rödemis Husum (88,13 Punkte) vor Oranje Minnertsga (NL, 84,85 Punkte) und Holbaeck Garden (DK, 84,4 Punkte).
Die Marsch- und Standspielbewertung, die auf dem herrlich gelegenen Turnierplatz im Schlosspark stattfand, fordert von den Musikern große Vielseitigkeit. In der Marschstrecke sind mehrere Schwenkungen enthalten. Dazu sind zwei Musikstücke zu spielen, die durch ein Trommelsolo getrennt werden. Anschließend hat das Orchester von der Marsch- in die Konzertaufstellung zu wechseln und einen Vortrag im Stand darzubieten.
Die Schimborner Spielleute brachten die Stücke „Josè“ und „Mars Bagatel“ im Marsch sowie „A Tribute To John Williams“ im Standspiel zum Vortrag. Je drei Wertungsrichter bewerteten Marsch- und Standspiel nach jeweils zehn Kriterien wie Präsentation, Ton- und Klangqualität, Phrasierung und Artikulation, Rhythmik, Dynamik, Tempo, Intonation, Haltung und Instrumentenübernahme, Marschdisziplin und Schwenkungen. Das Wertungsgericht bestand aus hochkarätigen Fachleuten aus Deutschland (u. a. Hans Wübbers, Bundeswehr Musikkorps a. D.), Dänemark und den Niederlanden. Äußerst großen Wert legten die Wertungsrichter auf Exaktheit, Synchronismus der Bewegungen, Haltung und Klangbalance bei gleichzeitig dynamischem sauberem Spiel.
Für die 42 Spielleute war das Abschneiden bei dieser 1. Europameisterschaft nach den zahlreichen bisherigen Erfolgen bei Deutschen- und Bayerischen Meisterschaften der bislang größte Erfolg. Fest steht schon jetzt, dass man den beschrittenen Weg der Forcierung des Marsch- und Showbereiches weiter gehen wird und im nächsten Jahr wieder zu den Teilnehmern zählen wird.
Heinz Gilmer
|
|
Wos wolle mä tringe odder wos?
Tringe well jeder, tringe muss jeder… Besonders bam Musik mache, do kriescht mer jo leischt Dorscht. Hier en trockene Hals, do en trockene Mund - oh wart … mä tringe wos …
Besonders Dorschdische sinn immer debei un des is ach gut, weil mä soll jo mindestens drei Liter am Doach tringe, warum net in de Prob. Es is jo ach immer wos do; außer de Getränkewart hott e moll widder vergesse, die Lieblingssorte zu beseusche … Kämmt vor... - Net oft! Ovä es kämmt vor…
Eischentlisch e schönes Sortiment: Wasser, Cola, Limo, Abbelschorle, Schbetzi, ACE, Zitroneausdauergetränk, Hopfenausdauergetränk, fix un fäddisch mit Limo gemischt, awwer ach mit Cola oder sogoer puer. Letzteres löscht de Dorscht am Beste, weil do hommer ach de größte Verbrauch. Die meiste helfe immer fleißisch, zumindest beim vernischde.
Fer de Nachschub is de Getränkewart zuschdändisch, der für liebevoll gemoante Hinweise gerne offe is, wie zum Beischbiel: Ko Jever mä do! odder: Gell Braun Schuggä hahnse kos … ? Schowidder koer Sebbelsche, schoad… Immä widdä gänn gehört! Ein besondere Anschborn is dess nadürlisch, weil es Arsenal immer zur vollkommenen Zufriedeheit der Spielleute gefüllt seu muss. Ohne tringe geht nix, besonders net Bloose un Trommele! Also wät sofort widder wos beseuscht …
Seit einischer Zeit hawwe mer en neue Getränkelieferant un dess klappt prima! Die Käste wän uns om Freidoch Owend quasi „Dschast in Teim“ in de Probesaal geliefert, einfach e morz Erleischderung. Geht ach gornet onnerscht, weil die Zufohert vom neie Getränkelieferant sorre Hoffert immer nur oa Audo nufffohern konn… Wennde noch drei onnere Kunde vordä host, fährste dreimoll neu un raus un brauchst mehr Geduld und Schpritt, kimmst dä vor wie bam dritte Meisterschaftslauf im Rückwärts foern … Leider türme sisch ach deshalb e bisje die Kiste in de Küsche, weil wenner die Gertänke scho prängt, donn soll sischs joa ach rendiern.
Un es Beste is de neie Kühlschronk! Den hodder uns kostenlos zur Verfüschung geschdellt, weil ärschdens de alde kabutt woer, zwottens de Umsatz des zulässt und driddens worme Getränke net so schmecke …
Des solls emoll gewäse seu. Danke, dass isch die Geleschenheit kriescht ho, e moll e poer Gedonge üwwä moi Tädischkeit loszuwärn. Isch hoff es hot eusch e bisje zum Schmunzele geproocht!
Am Schluss nochen korze Apell: Dot bitte die Flasche nochem austringe in die rischdische Käsde sordiern, isch waas! - Net leischt ba derre Auswahl … un konner hot wos degesche, wenn mä awidder moll e poer Fläschjen in de Kühlschronk neudut ….Donkschö!
Euer Getränkewart
|
|
Wir trainieren für Rastede oder: Wie lerne ich den Schimborner Sportplatz kennen
Es stand ja schon im Main-Echo, dass der Schimborner Spielmanns- und Fanfarenzug im Jahr 2006 an dem größten und wichtigsten internationalen Wettstreit in Europa teilgenommen hat. Es war der „1. European Championship“ in Rastede, bei dem wir uns die Goldmedaille erkämpften. Doch um dieses Ziel zu erreichen, hatten wir Spielleute einiges zu tun.
In den ersten Proben herrschte reines Chaos. Wir versuchten auf dem alten Sportplatz in Schimborn mit Plastikeimern und Maßbändern den Parcour in Rastede nachzustellen. Wir mussten improvisieren, da die gesamte Strecke mit zwei Rechtsschwenkungen insgesamt 250 Meter betragen musste und uns etwa 75 Meter fehlten. Dazu kam, dass man mit den Marschierschuhen auf dem Platz nur herumstolperte. Von den insgesamt 15 Marschierproben waren die ersten fünf umsonst, da wir mit unserer alten, engen und komplizierten Marschiermethode keinen Schritt weiter gekommen waren. Wir versuchten mit Latten und Seilen uns zu fixieren, es hat aber einfach nicht funktioniert. Die einen waren zu schnell, die anderen zu langsam, dann war hier der Abstand zu groß oder woanders zu klein. Wir standen fast schon vor der Verzweiflung. Es hatte doch sonst auch immer wunderbar funktioniert. Hatten wir etwa über Nacht das Marschieren verlernt?
Ein Holländer namens Beurskens (international erfahrener Wertungsrichter) war unsere Rettung. Er lehrte uns die Kunst des „Modernen Marschierens“. Er war zufällig einen Tag in Deutschland und hat sich 2 Stunden für uns Zeit genommen, um mit uns die für uns neue Marschmethode einzustudieren. Ab diesem Tag ging es immer weiter bergauf. Fünf Proben lang sind wir mit unseren Stücken marschiert und marschiert. Da wir auch noch neben den zwei Marschierstücken „José“ und „Mars Bagatel“ ein Stück im Stehen spielen mussten, welches „A Tribute to John Williams“ heißt und der Titelmusik von Indiana Jones sehr stark ähnelt, durften wir uns ranhalten. Nach drei Monaten intensiver und harter Vorbereitung hofften wir, uns gut vorbereitet in Rastede präsentieren zu können.
In den Marschierproben hatten wir auch einige Verletzte und Kränkliche. Der eine marschierte mit gerissenem Außenband am Fußgelenk, der andere kam frisch operiert und mit Gips in die Probe. Einer unserer Bassisten wurde sogar während der Marschierprobe angeschossen, glücklicherweise aber nur von einem Fußball ;-)
Der ganze Ablauf des Wettstreits sah so aus: In der Marschstrecke von 250 m sind zwei Rechtsschwenkungen enthalten. Es sind dazu zwei Musikstücke zu spielen, die durch ein Schlagwerksolo getrennt werden. Auf Zeichen der Wertungsrichter beginnt der Musikverein mit dem Auftritt. Das erste Marschierstück endet nach 60 Metern (Schild Marschende). Nach dem Abriss des Marsches setzt ein Trommelsolo (16 Schritte) ein, welcher durch den Beginn des zweiten Marschierstückes beendet wird. Die Marschstrecke endet bei der Markierung (Schild Ende). Der Musikverein beendet das Spiel in der Auslaufzone. Beim Einmarsch des nachfolgenden Vereins begibt sich der Musikverein in die Mitte des Platzes. Es kann eine Marsch- oder Konzertaufstellung eingenommen werden. Es ist ein Musikstück (max. 3 min) zu spielen. Auf Zeichen der Jury beginnt der Musikverein mit dem Vortrag.
Die viele Mühe und Arbeit, die wir uns gemacht hatten, hatte sich gelohnt. Im Jahr 2007 werden wir wieder dabei sein.
Dominik Röll
|
|
Interview eines Spielmanns von Sylvia Simon
Reporter: Guten Tag. Ich habe das Glück, Sie als aktiven Spielmannszügler über Ihren Auftritt am 05.11.06 in Froschhausen interviewen zu dürfen. Also, fangen wir an. Froschhausen, wo liegt das genau?
Spielmann: Des Froschhause is newer Selichestoadt. Selichestoadt is uns jo alle bestens bekonnt, hom do scho bei viele Faschingszüch mitspiele derfe.
R: Weiter mit einer generellen Frage: Würden Sie sagen, dass es etwas gab oder etwas passiert ist, das typisch für den Spielmannszug ist?
S: Me komme immer erst 20 Minude noch de geploande Oabfoahrt in Schimmern los. Des woar ach desmol widder so.
R: Haben Sie es dann noch geschafft, rechtzeitig an Ihrem Ziel anzukommen?
S: Es woar zwar gonz sche knapp, awwer mir son froh, üwwerhaupt ogekomme zu soi.
R: Wie meinen Sie das?
S: Ho mir do bei de Hiefoahrt im Bus gesesse, als uns do doch ofach uff de Audobohn en Audoreife üwwerholt hot. Des Audo kam donn gleich hinnerher. Ich waas jo net, ob die ofach „Fangjus“ gespielt hom, awwer ich glaab, dene Leit im Audo is außer em Schreck nix passiert.
R: Da hat sich Ihr Busfahrer aber bestimmt auch erschreckt?
S: Des waas ich gor net so genau. Awwer er hot sich Soiche gemocht, weil jo konner ogeschnallt woar. Des woar sowieso so e Sach mit dem Bus. Desmol sin me mit de Schellkreppener KVG – oh, derf ich des eichentlich soche? Is des net Schleichwerbung?
R: Nein, das ist schon in Ordnung. Erzählen Sie ruhig weiter.
S: Gut, also, ho mir do en Bus bestellt, mit em große Kofferraum, damit do ach unser gonzes Zeuch neu passt. Awwer wie de Bus kumme is, ho me gemerkt, dass des de falsche is, weil de Kofferraum nämlich zu klo woar. Awwer do kunnt me jetz nix me dro ännern. Leider musste me donn unser zwo Kesselpauke dehom losse.
R: Konnten Sie denn dann Ihr Repertoire überhaupt spielen?
S: Des hot donn scho irchendwie geklappt. Musste me halt improvisiern, awwer des ging scho.
R: Erzählen Sie uns doch ein bisschen über Ihren Auftritt.
S: Wie me jo scho gesocht hatte, woarn me e bisje spät dro, und do musste me uns gleich fürs Spiele fertig mache und die große und sperriche Sache wie Marimbaphon oder Trommel uff die Bühne schaffe. Donn hots gehieße, dass me net oimarschiern, donn awwer widder doch, awwer irchendwie ach net. Awwer es sollt donn doch jeder soi Zeuch scho uff die Bühne do, und wie me uns donn häuslich oigerichtet hatte, hon me uff unser Stabführerin gewartet. Bis se donn kumme is, hot noch e Weilche gedauert, weil se gedocht hot, me käme widder runner wegem oimarschiern. Oa Stund woarn me uff de Bühne, un do konnte me omol quer durch unser Repertoire spiele. Do gings von Samba über Swing bis Polka und Flötestücke. Sche woar, dass me so e interessiertes Publikum hatte, do hon uns ach die Leit gonz hinne noch gut hern kenne. Awwer es woar gonz sche woarm do uff dere Bühne. Zum Glück hon me wos zu trinke kriecht un me woarn donn all gonz froh, wie me endlich fertich woarn. Oa von unserne Hörner-Damen hot awwer gedocht, dass me des alles e bissche obkürze könnt un me net so long spiele müsst. Hot die doch ofach zwischedrenn uffgehört. Woar awwer gonz sche blass im Gesicht, ich glaab, dere gings werklich net gut. Donn ho me nadürlich erstemo de Kaffee- und Kuchestond geplündert un noch e poar alte Kontakte zu befreundete Spielleit aus Gelnhause un Hoastoadt gepflecht. Nach oaner Stund sin me donn Richtung Schimmern gestartet. Sogor relativ pünklich, des muss me sich emol vorstelle.
R: Also alles in allem ein gelungener Auftritt. Ich danke Ihnen vielmals für das Gesprä...
S: Moment! Wolle se net noch wisse, wos uff de Hoamfoahrt passiert is?
R: Ähm, gibt es noch etwas über die Heimfahrt zu berichten?
S: Gut, dass sie frache! De Busfoahrer hot sich beim Foahrn uff soi Navi ver-losse. Awwer irchendwie hot des Wunderwerk der Technik net gewisst, dass es in Selichestoadt Stroße git, wo me mim Bus ofach net deuch passt. Un drehn konnte me do awwer ach net, do woars scho zu eng. Blieb also nur noch de Rückwärtsgang. Ich sach Ihnen, des is e Erlebnis, mim Bus rückwärts an e re rote Ampel zu stehn. Awwer wie doann die goanze Spielleit im hinnere Teil vom Bus „GRÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜN“ gerufe ham, konnts doann ohne weidere Zwischefäll noch Haus gehn.
R: Möchten Sie zum Abschluss noch etwas sagen?
S: Ja, gern. Ich waas jetz nämlich, warum me immer en Bus bestelle wenn me weiter weg foahrn. Do kunn me doann nämlich sicher soi, dass es in Flensburg ko schwarz-weiß-Passfoto von uns alle git. Ich hoff, dass unsern Trommler, der in soim Audo beim Hoamfoahrn geblitzt woarn is, wenigstens sche geguggt hot.
R: Danke für das Interview. Für das Jahr 2007 wünsche ich Ihnen weiterhin „Gut Spiel!“
|
|
50 Jahre Spielmannszug Retzbach (Samstag, 10. Juni 2006)
An einem sehr heißen Sommertag packten wir mal wieder unsere Instrumente und alles was dazu gehört ein, denn wir machten uns auf den Weg zu unseren Freunden nach Retzbach. Doch leider konnte uns unser Orientexpress mit Fahrer Murat nicht fahren...
Mit leichter Verspätung kamen wir in Retzbach an. Und dann hieß es auch gleich fertig machen für unser Standkonzert im Wechsel mit Amorbach und Rückers. Doch halt - was ist das: Unserer Schriftführerin Rosel fehlte der Hut, aber damit nicht genug: Heinz hatte erst gar keine Spielmannszugjacke dabei… Was war da bloß mit unserer Vorstandschaft los??? Es musste improvisiert werden: Rosel setzte den Hut von Rosi auf und Heinz durfte im T-Shirt spielen - der Glückspilz…
Nachdem wir José, Mars Bagatel und noch einige andere Stücke gespielt hatten, marschierten wir zum Festplatz. Zum Glück brauchten wir nicht lange, jedoch mussten wir mit Erstaunen feststellen, dass noch nicht viele Menschen im Festzelt saßen. Wir holten uns erst einmal ein kühles Getränk und dann hörten einige Spielleute den Gastvereinen zu und die anderen schauten das WM-Spiel Trinidad/Tobago gegen Schweden.
Während einige SFZ’ler unsere Vorstandschaft davon überzeugten, länger als 21:00 Uhr zu bleiben, um in den Geburtstag von Melanie Bathon um 0:00 Uhr zu feiern, versuchten andere einen fairen Tausch mit den Nandlstädter Spielleuten für unseren Pokaldeckel von der BM 2000 auszuhandeln. Jedoch erfolglos – also staubt unser armer Deckel weiterhin in Nandlstadt ein …
Mit großer Spannung warteten wir auf die Mitternachtsstunde und feierten derweil mit den anwesenden Spielleuten! Unter anderem waren einige Spielleute aus Michelbach angereist, um das Jubiläum gebührend zu feiern. An diesem Abend schlossen wir wieder Frieden mit ihnen. Ein SFZ’ler beschloss sogar, einen „Schimmner-Michelbacher SFZ mit gelb-blauer Uniform“ zu gründen!!!
Um 0:00 Uhr war es dann endlich soweit! Wir sangen erst einmal ein Ständchen für unser aktives Mitglied Melanie Bathon zu ihrem Geburtstag.
Zur frühen Stunde - im wahrsten Sinne des Wortes - machten wir uns schon auf die Heimreise! In Schimborn angekommen räumten wir die Instrumente noch in unseren Proberaum. Eine SFZ’lerin wollte noch den Bus reinigen, doch da fuhr er auch schon davon – bei unserem Murat wäre so etwas nicht passiert!!!
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann feiern sie noch heute!!!
by Carolin Kremer
|
|